Gesund ist nicht gleich schlankmachend

Wie Assoziationen das Abnehmen stören

Damit das Abnehmen recht kompliziert wird und damit dem Scheitern näher kommt als es müsste, hat die Psyche im Unterbewusstsein einen Trick auf Lager, den wir so gut wie gar nicht bemerken.

Sie verknüpft den tollen und positiv besetzen Begriff „gesund“ mit dem Vorsatz abzunehmen.

Das klingt plausibel und logisch und eben sehr sehr vernünftig. Das interpretiert unser Bewusstsein dann entsprechend auch mit: „Was gesund ist, macht mich schlank.“

Weil die Psyche bekanntermaßen kein Interesse am Abnehmen hat, müssen wir beim Wort „gesund“ besonders achtsam sein.

Denn Abnehmen können wir nur, wenn wir uns vergegenwärtigen, wieviel Energie ein Nahrungsmittel hat. Und dafür dürfen wir die Begriffe „Energie“ und „gesund“ eben nicht miteinander verknüpfen.

Leinöl ist zweifelsohne gesünder als Frittenöl, aber genauso fett/energiereich. Macht also gleich dick.

Avocados sind sehr gesund, aber eben auch enorm energiereich. Für Weintrauben gilt das gleiche.

Weil in unserem Gehirn seit Ewigkeiten die Verknüpfung „gesund-schlankmachend“ besteht, nutzt die Lebensmittelindustrie das für ihre Geschäfte gnadenlos aus.

Das beste Beispiel ist der Müsliriegel.

Ein Müsli ist der Inbegriff des gesunden Frühstücks. Und Müsliesser (früher auch abfällig Körnerfresser genannt) gelten als abgemagert, also schlank. Ein Müsliriegel müsste einen dann doch an dieses Schlankheitsideal heranbringen, oder etwa nicht?

Und was ist ein Müslieriegel in Wirklichkeit? Eine richtige Kalorienbombe (der kleine Müsliriegel auf dem Foto hat 124 kcal).

Mit Achtsamkeit fällt man weder auf die falschen Assoziationen unseres Unterbewusstseins, noch auf die Tricks der Nahrungsmittelindustrie herein.

Dr. Christian Aheimer

2019-08-18T09:58:37+00:0018. August 2019|Achtsamkeit, Allgemein, Ernährung|
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