Achtsamkeit für das, was ich fühle

Die Psyche und die Autos

Wer sieht in den beiden Daimlern nicht auch wunderschöne Fahrzeuge? Wer empfindet nicht auch Freude über solche „unvernünftigen“ Autos? Mancher möchte einmal mit solch einem Auto fahren oder es sogar besitzen.

Wenn wir achtsam sind, können wir das Wirken der Psyche beobachten, zum Beispiel bei einem Museumsbesuch. Und das kann sehr spannend sein.

Mancher fängt an, zu arbeiten und zu rackern, um sich so ein Schätzchen kaufen zu können, mancher begeht eine Straftat und klaut es einfach.

Prinzipiell unterscheidet sich so ein Auto nicht von meinem ersten Auto, einen Ford (Baujahr 1975). Vorne weiße Lichter, hinten rote, vier Räder, ein Lenkrad links, Handschaltung usw..

Der einzige Sinn und Zweck: Fortbewegung.

Und trotzdem darf es der 75er Ford nicht mehr sein. Auch meine Autos wurden immer luxuriöser, größer, schneller und vor allem teurer.

Es waren zwar nie so tolle Schlitten wie auf dem Foto, aber ganz ohne Ansprüche an die Triebwünsche meiner Psyche waren sie auch nicht.

Meine Psyche diktierte mir einen Großteil aller unvernünftiger Ausstattungsmerkmale, die zwar nicht schlecht sind, aber nicht wirklich notwendig und zudem enorm teuer.

Achtsamkeit bedeutet eben auch im Alltag,  zum Beispiel bei Autos, zu überprüfen, wo werde ich verleitet, urtypische Triebwünsche meiner Psyche zu befriedigen und gegebenenfalls mehr Geld beim Kauf eines Autos auszugeben, als es vernünftig wäre.

Die Autos und die Psyche. Ein beeindruckendes, weil offensichtliches Wechselspiel zwischen Trieben, Emotionen und der Vernunft.

Dr. Christian Aheimer

2019-05-18T09:46:23+00:0029. April 2019|Achtsamkeit, Allgemein|
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